Chrom

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Chrom ist ein Mineralstoff (Spurenelement), der im Glukose- und Lipid-Stoffwechsel eine Rolle spielt. Inwiefern Chrom ein essenzieller Mineralstoff ist, wird kontrovers diskutiert.[1] Als chemisches Element hat es das Elementsymbol Cr.

Funktion und Bedeutung im Körper

Die Funktion von Chrom im menschlichen Stoffwechsel ist bis heute nicht ganz geklärt. Es wird angenommen, dass Chrom zusammen mit Nicotinsäure (Niacin), Glycin, Cystein und Glutaminsäure Bestandteil eines sogenannten Glukosetoleranzfaktors, eines Aktivators für die Insulinwirkung, ist. Ähnliches wurde für ein weiteres chromhaltiges Oligopeptid (Chromodulin) mit vergleichbarem Aufbau beschrieben. Es scheint, dass über diese chromhaltigen Peptide die Wirkungsweise von Insulin, die Glukose-Toleranz und das Blutlipidprofil verbessert werden.[1]

In Geweben liegt Chrom organisch gebunden in relativ geringen Konzentrationen vor. Höhere Gehalte finden sich in Knochen, Milz, Leber und Nieren.[1]

Basierend auf Gutachten der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), die die wissenschaftliche Datenlage geprüft hat, sind folgende gesundheitsbezogenen Aussagen zu Chrom wissenschaftlich gesichert und damit von der Europäischen Kommission zur Auslobung zugelassen:

Bedarf und Empfehlungen für die Zufuhr

Schätzwerte für die Chromzufuhr unterscheiden sich laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) nach dem Alter. Während der Schätzwert im Säuglingsalter bei täglich 1–40 µg liegt, beträgt er bei Jugendlichen und Erwachsenen 30–100 µg/Tag.[2]

Für die EFSA ist es aufgrund der unzureichenden Datenlage nicht möglich, einen Wert für eine adäquate Aufnahme von Chrom festzulegen.[3]

Versorgungslage in Deutschland

In der Nationalen Verzehrsstudie II wurde Chrom nicht erfasst. In einer Duplikatstudie wurde für Deutschland eine durchschnittliche Tageszufuhr von 61 µg/Tag bei Frauen bzw. 84 µg/Tag bei Männern ermittelt.[1]

Lebensmittelquellen

In Lebensmitteln liegt das Spurenelement überwiegend als dreiwertiges Chrom vor. Es ist zwar in tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln weit verbreitet, kommt aber nur in relativ geringen Konzentrationen vor (im Bereich zwischen 1 und 10 µg/100 g), z. B. in Meeresfrüchten, Hühnereigelb, Käse und Vollkornprodukten. Die Bioverfügbarkeit hängt von der Bindungsform im Lebensmittel und von der zugeführten Chrommenge ab.[1]

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 Heseker H., Stahl-Pehe A.: Chrom – Physiologie, Funktionen, Vorkommen, Referenzwerte und Versorgung in Deutschland. Ernährungs-Umschau, 12/2012. S. 710 –714.
  2. DGE (2016): Referenzwerte: Chrom (letzter Zugriff: 12. Januar 2021).
  3. EFSA (4. September 2019): Dietary Reference Values for nutrients. Summary report. Online unter: [1] (letzter Zugriff: 12. Januar 2021).